Geschichte

Der VdS-Winnenden ist mit seinem Gründungsjahr 1863, einer der ältesten Gewerbevereine in Baden-Württemberg. Mit seinen über 200 Unternehmensmitgliedern ist er auch der mitgliederstärkste Gewerbeverein innerhalb des BDS-Rems-Murr (Bund der Selbständigen). Der VdS hat sich zu jeder Epoche gewissen Schwerpunkten gewidmet.

In den Gründungsjahren lag der Schwerpunkt auf der Erweiterung des Handels. In dieser Zeit Besuchten die Mitglieder jährlich Messen im In- und Ausland um von anderen Impulse im Handel zu erhalten. Nach dem 1. Weltkrieg, wurde 1919 durch den 1. Vorsitzenden des VdS die Initiative zum Bau von Siedlungshäusern vorangetrieben, um die akute Wohnungsnot in Winnenden zu mildern. Im 3. Reich erfolgte 1934 die vorübergehende Zwangsauflösung mit Überschreibung des Barvermögens an die Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und Gewerbeorganisation (NSHago).

Am 11. September 1950, erfolgte die Reaktivierung des VdS durch den Kinobesitzer Eugen Kienle, den Sattlermeister Albert Unkel und dem Druckermeister Wilhelm Kreh. In den 1960er Jahren erfolgten die ersten Handelsschauen mit zum Teil über 12.000 Besuchern. Im Jahre 1979 wurde vom VdS der 1. Maimarkt in Winnenden durchgeführt aus dem später der heutige „Winnender Wonnetag“ hervorging. Im Jahre 1985 hat der VdS den ersten Winnender Weihnachtsmarkt initiiert.

Seit den 2000er Jahren liegen die Schwerpunkte verstärkt in politischen und wirtschaftlichen Netzwerken, sowie Pilotprojekten wie zum Beispiel im Jahre 2015, der Integration von Flüchtlingen in Unternehmen.

1863 - 1893

1863

Der Bezirksgewerbe-Verein Winnenden-Waiblingen wurde gegründet, durch die Winnender Gewerbeleute Luis Müller (Gerber), August Binz (Kaufmann) und Präzeptor Bonzelius (Lateinschullehrer).

1869

Gründung des selbstständigen Ortsverein Winnenden mit Bezirks-Gewerbe-Ausstellung im Winnender Fruchtkasten (heute Kastenschule) mit dem Besuch von König Wilhelm I von Württemberg und dem englischen Gesandten im Königreich. Zweck des Gewerbevereins war die Wahrung und Förderung von Gewerbe und Handel.

1892

47 Mitglieder besuchten die elektrotechnische Ausstellung in Stuttgart.

1893

52 Mitglieder besuchten die Gewerbeausstellung in Stuttgart.

1906 - 1934

1906

Besuch der Gewerbe-Ausstellung in Nürnberg mit 41 Mutgliedern.

1914 – 1918

Keine nennenswerten Eintragungen während des 1.Weltkrieges.

1919

Gleich nach Kriegsende nahm der Gewerbeverein seine Arbeit wieder tatkräftig auf. Es wurde vom 1. Vorsitzenden David Kögel der Antrag an den Winnender Gemeinderat gestellt, zur Behebung der Wohnungsnot Siedlungshäuser zu bauen, die auch in der Friedhofstraße entstanden.

1924

Der Jahresbericht für 1923 zeigte auf den passiven Widerstand gegen die Ruhrbesetzung und auf das Weißbluten der Finanzen hin. Ganz bescheiden wurde 1924 wieder unter schwierigen Bedingungen (hohe Zinsen nach der Inflation) von vorn angefangen. Es wurde geklagt über den schwachen Besuch der Mitgliederversammlungen. Es fehlte der Schwung zum gemeinsamen Handeln, denn jeder Selbstständige hatte mit seinen eigenen Sorgen zu kämpfen.

1934

Auflösung des Vereins und Überschreibung des Barvermögens von 100 Reichsmark an die Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und Gewerbeorganisation (NSHago).

1950 -1969

1950

Neuanfang mit Versammlung im Gasthaus Lamm (11. September). Es wurde gewählt: 1. Vorsitzender Eugen Kienle (Kino), 2. Vorsitzender Albert Unkel (Sattlermeister) und zum Schriftführer Wilhelm Kreh, der dieses Amt ununterbrochen bis 1980 ausübte. Der Verein nannte sich nun: Gewerbe- und Handelsverein Winnenden e.V.

1958

Neuer 1. Vorsitzende Karl Weber (Textilhandel) und sein Stellvertreter Walter Kienzle (Haushalt- und Eisenwaren).

1960

Der VdS veranstaltete die Großausstellung „Stadt und Land Hand in Hand“. Damals wurden über 12.000 Besucher in der Winnender Stadthalle gezählt.

1966

Neuer 1. Vorsitzende Rolf Hahn (Textilhandel-Fa. Ptefferkorn) und Stellvertreter Willy Grotz (Schuhhaus).

1969

Jubiläumsausstellung 100 Jahre Gewerbe- und Handelsverein Winnenden in der Stadthalle, Stadtgarten und Stöckach-Sporthalle. Sehr großen Anteil an der Verwirklichung der Ausstellung hatte Herr Pfefferkorn.

1973 - 1979

1973

Umbenennung des Handels- und Gewerbevereins in Verband der Selbstständigen e.V. (kurz: VdS). lm gleichen Jahr wurde unter der Leitung der Stadtverwaltung Winnenden und Beteiligung des VdS ein Verkehrsausschuss einberufen. Der VdS arbeitete gerne und erfolgreich mit, jedoch wurde dieser Ausschuss im Jahre 2009 alternativlos aufgelöst.

1974

Führungswechsel: Martin Kirstein (Steinmetz) wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt, Willy Grotz (Schuhhaus) blieb sein Stellvertreter. Unter der Leitung von Martin Kirstein wurden gesellige Stammtische eingeführt. Es wurden auch Referenten eingeladen. Die Themen waren vielfältig wie Stadtplanung, Fußgängerzone, Parksituation, etc. Weitere Aktivitäten waren gemeinsame Radtouren, Rosenmontag bei Walli und 1976 ein Frühlingsball in der Höfener Halle.

1978

Winfried Frese (Kreissparkasse Waiblingen) übernahm das Amt des 2. Vorsitzenden von Willy Grotz.

1979

Die neue Ausstellung 1. Maimarkt (24. bis 27. Mai)wurde mit 45 örtlichen Unternehmen in der Stadthalle, Stadtgarten und Stöckach-Sporthalle durchgeführt. Scheckübergabe des VdS in Höhe von 10.000 DM an den OB Lebherz zur Schaffung von zusätzlichen Parkplätzen in der Wallstraße.

1983 - 1989

1983

Durchführung der nächsten Leistungsschau (12. bis15. Mai) im Rahmen des 120. Geburtstages des Verbandes der Selbstständigen mit 60 Firmen.

Im selben Jahr wurde die Silbernen Ehrennadel des Bundes der Selbstständigen von H. Meßmer an Wilhelm Kreh überreicht, Mitherausgeber der Winnender Zeitung, Gründungsmitglied des BDS in Winnenden nach dem Kriege (1950) und 30 Jahre lang deren Schriftführer.

1984

Das erste VdS-Forum erscheint im Winnender Einkaufszentrum mit Unterstützung des Zeitungsverlages Waiblingen (ins Leben gerufen durch den Mitherausgeber der Winnender Zeitung Wilhelm Kreh). Es enthält Mitteilungen und redaktionelle Beiträge des VdS in eigener Verantwortung. (Chefredakteur war damals Jo Grünitz). Leider wurde diese Beilage mangels eines geeigneten und willigen Nachfolgers nach fast 20 Jahren eingestellt. Das Winnender-Modell, das gebührenfreie Parken für die Autofahrer in der Winnender Tiefgarage, wird auf Vorschlag aus den Reihen des VdS eingeführt. Die Winnender Unternehmen übernahmen für Parkplätze Patenschaften.

1985

Der 1. Winnender Weihnachtsmarkt wurde parallel mit Einweihung der Fußgängerzone in der Marktstraße eingeführt. Als besondere Gäste wurde eine Abordnung aus der französischen Partnerstadt Albertville mit deren Bürgermeister Dr. Dujol begrüßt.

1986

Nach langjähriger Amtszeit übergibt Martin Kirstein den 1. Vorsitz an Albert Bosch (Finck am Markt).

1987

Auf Wunsch des VdS wurde der Maibaum in der Marktstraße mit Zunftzeichen versehen.

1988

125 Jahre VdS wurde mit großem Maimarkt an den bekannten Standorten und im Herbst mit einem Jubiläumsball mit Büfett in der Stadthalle gefeiert. Ein Jubiläumsbuch dokumentierte die 125jährige Geschichte. Im Jubiläumsjahr setzte sich der Vorstand aus Albert Bosch (1. Vorsitzender), Winfried Frese (2. Vorsitzender), Leo Breuer (Kassier) und Werner Heincke (Schriftführer) zusammen. Zum Jubiläum wurde auf Initiative der Familie Fischer angeboten, eine Stiftung „Bürger helfen Bürgern“ zu gründen. In die Stiftung brachten die Familie Fischer, der VdS Winnenden und die Stadt Winnenden je 40.000 DM ein. Der VdS warb auf seinen Märkten durch den Verkauf von Waffeln erfolgreich für die Stiftung. Das Vermögen wurde 2005 in die Bürgerstiftung Winnenden eingebracht.

1989

Dem Verein der Selbstständigen e.V. Winnenden wird als Dank und Anerkennung für besondere Aktivitäten in der Ortsverbandsarbeit und die gute Zusammenarbeit mit dem Landesverband eine Urkunde übergeben. Anlass zur Verleihung der Urkunde war u.a. die Organisation von 3 großen Leistungsschauen in den Jahren 1979, 1983 und 1988. Organisiert wurden auch ab 1985 in der Innenstadt jährliche Mai- und Weihnachtsmärkte. Der VdS war auch Mitbegründer der Stiftung „Bürger helfen Bürgern“.

1990 - 1999

1990

Leo Breuer tritt nach 16 Jahren als Kassier zurück. Zu seinem Nachfolger wird nun Hans Ilg (Vorstand Volksbank Winnenden eG) gewählt.

1992

Unter der Bezeichnung „Albertville Expansion“ findet in Albertville eine Begegnung für wirtschaftliche Perspektiven mit dem Blick auf den europäischen Binnenmarkt statt. Unter den geladenen Gästen aus den EG-Ländern haben als Vertreter des VdS Winnenden Albert Bosch und Werner Heincke teilgenommen. Einen Wechsel im Vorstand haben die Wahlen bei der Jahreshauptversammlung gebracht. Für Winfried Frese, der 14 Jahre das Amt des zweiten Vorsitzenden innehatte, wurde Gerhard Kienzle (Fa. Häussermann – Haushaltswaren) zum 2. Vorsitzenden gewählt. 1. Vorsitzender blieb weiterhin Albert Bosch. Auch in diesem Jahr wurden ein Maimarkt und ein Weihnachtsmarkt durchführt.

1993

Bei vielen Aktivitäten ist in diesem Jahr besonders der 10. Winnender Maimarkt zu erwähnen.

1995

In der Zeit vom 14. bis 17. Juli hatte der VdS Gäste des Gewerbevereins aus Rodewisch zu Gast. Es wurde ein umfangreiches Rahmenprogramm veranstaltet.

1998

Die Hauptversammlung hatte in diesem Jahr einen neuen 1. Vorsitzenden und seinen Stellvertreter zu wählen, da Albert Bosch nach zwölf Jahren und Gerhard Kienzle nicht mehr für ein Amt zur Verfügung standen. Es wurde Matthias Heins (Rechtsanwalt) zum 1. Vorsitzenden und zu seinem Stellvertreter Detlef Drömer (Architekt) gewählt.

1999

Der VdS startete mit einer eigenen Website: www.vds-winnenden.de. Eine kleine Gruppe von engagierten VdS-Mitgliedern, die mit dem neuen Medium Internet bereits Erfahrungen gesammelt hatten, entwarf das Konzept für die erste eigene VdS Website. Realisiert wurde sie von der IT-Unternehmensberatung DV-RATIO SÜDWEST, deren Geschäftsführer Rolf Reitz die entsprechende Umsetzung mit den damals gängigen Tools vornahm. Die Struktur der Präsentation der mitmachenden Firmen war so gut, dass die damalige luK-Abteilung der Stadt Winnenden diese Daten in ihre Website übernahm. Im Jahr 2013, beschäftigt sich eine VdS-IT-Projektgruppe damit, die noch klassische Aufbaustruktur von damals mit aktuellen Software-Verwaltungs-Tools zu aktualisieren, um den laufenden Update-Prozess einfacher und schneller zu bewältigen.

2001 - heute

2001

Die Stadtverwaltung Winnenden folgte dem Trend der Zeit und gründete den Verein „Attraktives Winnenden“ (VAW). Dafür wurde eine dem Oberbürgermeister direkt unterstellte Stabsstelle eingerichtet. Ihre Zuständigkeit umfasst die Wirtschaftsförderung sowie das Stadtmarketing. Der damalige VdS-Vorsitzende Matthias Heins arbeitete von Beginn an eng mit dem VAW zusammen.

2003

Aus dieser Zusammenarbeit entstand im Jahr 2003 die bis heute letzte große Leistungsschau der örtlichen Gewerbetreibenden.

2006

Unter Führung von Bürgermeister Norbert Sailer wurde aufgrund mehrerer sich überschneidender Aktivitäten ein Zusammenschluss des VAW und VdS angestrebt um Synergie-Effekte zu erzielen. Doch nach internen Diskussionen im VdS entschied man sich schnell dagegen, um eine Abhängigkeit von der Stadt zu vermeiden. In der Hauptversammlung im November 2006 wählten die Mitglieder einen neuen Vorstand: Als Vorsitzenden Rolf Reitz, als seine Stellvertreter Robert Östermann und Hermann Giesser sowie als Kassier Gerd Wahl. Inzwischen hatte in den meisten Büros die PC-Welt mit MS-Office Einzug gehalten. Auch der VdS stattete sich entsprechend aus. So wurde vom Ausschuss mit diesen neuen Tools erstmalig ein leicht lesbares Organigramm für Mitglieder und Gäste erstellt.

Bis heute ist der VdS Winnenden e.V. ein starker Verband der sich für die Interessen der Selbständigen in Winnenden und Umgebung einsetzt.